Ein besonderer Steinbock

Kolumne


von Basil Höneisen

Nachdem bereits in der letzten Kolumne eine andere Person zu Wort gekommen ist, soll das ein zweites Mal der Fall sein. Warum? Aus meiner Sicht gibt es kaum etwas, das einem mehr aufbaut und inspiriert als Geschichten, die wir Menschen mit Gott erleben. Jeremias aus der ETG Bischofszell durfte eine Gebetserhörung mitten in den Bergen erleben:

„Als Familie verbrachten wir diesen Sommer einige Tage im Wallis. Da lockte uns der anspruchsvolle Steinbock-Höhenweg auf eine Wanderung – mit der ganzen Familie. In einer Berghütte stiess ich auf einen Bibelvers. Dort heisst es, dass man Gott um alles bitten kann. Mir waren in diesem Moment die Wildtiere ein Anliegen. Bitte Gott, lass uns ein paar seltene Wildtiere sehen! Als mein Bruder, der eine geistige Behinderung hat, die Felsen sah, die es zu erklimmen galt, wollte er lieber mit den Eseln bei der Hütte zurückbleiben. Mit der Aussage, dass wir eventuell einen Steinbock oder eine Gämse sehen würden, konnten wir ihn motivieren und marschierten dann los. Eine halbe Stunde später kamen wir schliesslich auf dem Grat an. Als ich mich dort oben umsah, entdeckte ich einen Steinbock in voller Grösse. Er befand sich rund 30 Meter von uns entfernt an einer Felswand. Ich lobte Gott dafür! Noch vor kurzem erklärte mir ein erfahrener Wanderer, dass man im Wallis praktisch keine Steinböcke mehr zu Gesicht bekäme. Für das müsse man ins Bündnerland gehen. Doch damit nicht genug. Beim Abwärtsgehen entdeckten wir eine Gämse und ein Murmeltier – als wären wir im Zoo unterwegs. Somit hat sich nun der Steinbock-Höhenweg nach einer anstrengenden und abenteuerlichen Wanderung bezahlt gemacht. Ich war überglücklich und dankte Gott für seine Schöpfung und das Timing mit den Tieren.“

Es scheint banal. Wildtiere zu sichten kann Zufall sein. Natürlich – aber darum geht es gar nicht. Jeremias bat Gott um etwas Unscheinbares, nichts, dass er in seinem Leben unbedingt benötigt hätte, sondern ihm in diesem Moment einfach etwas bedeutet hatte. Und trotzdem: Gott legt ihm einen Vers aufs Herz, Jeremias betet, Gott spricht – das nenne ich Beziehung. Leider antwortet der Schöpfer nicht immer dann, wenn wir es wünschen. Aber das er das richtige Timing trifft, daran zweifle ich nicht. Nur schon, dass ich mich gerade jetzt mit dem Text von Jeremias befasse, ist Gottes Timing. Die Art, wie der junge Mann, den ich persönlich kenne, die Geschichte und auch die Begleitmails geschrieben hat, inspirierte mich ganz neu. Jesus lebt! Er ist mitten unter uns. Er beobachtet uns. Er lacht mit uns, weint mit uns, nimmt uns ernst. Warum bin ich mir dessen so selten bewusst? Was braucht es, damit ich Jesus jeden einzelnen Tag als meinen persönlichen Freund wahrnehme? Warum trenne ich Alltag und Gott so schnell anstatt zu versuchen, beides zu verbinden? Das beschäftigt mich – danke für den frischen Wind, Jesus.

 

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