Dein eigener Weltfrieden

Kolumne


von Basil Höneisen
wünscht sich ein vereintes Korea

Weltfrieden. Den wünschen sich viele Miss-Kandidatinnen am Rednerpult. Stell dir vor, Kim Jong-un und Moon Jae-in Arm in Arm und Nord- und Südkorea vereint! Der Syrienkonflikt ist zu Ende, die Korruption in  Mexiko gestoppt. Ein Leben, wie Gott es ursprünglich geplant hat. Die Erde ein Ort, wo das Aufeinandertreffen von Lamm und Löwe nicht mit dem Tod endet, sondern mit einem Gute-Nacht-Kuss. Paradiesisch.

Es muss doch möglich sein, die Welt Stück für Stück in Richtung Ursprung zurückzudrehen. Nicht, dass ich den technologischen Fortschritt nicht schätzen würde. Aber ich verachte den sozialen Rückschritt. Oder etwas diplomatischer: Unser Zusammenleben, dieses von Mensch zu Mensch, hat aus meiner subjektiven Sicht noch "leicht" ungenutztes Potenzial. Natürlich wird es schwierig, machtgierige Staatsoberhäupter zum Umdenken zu motivieren. Aber den Nachbarn zu grüssen und vielleicht mal auf einen Kaffee einzuladen, sollte drin liegen. Oder statt über die mühsame Mitarbeiterin zu lästern, sie zu segnen. Oder dem griesgrämigen Verkäufer mit Liebe zu begegnen und ihm von Herzen einen schönen Tag zu wünschen.

Hört sich simpel an. Ist es aber oft nicht. Sogar solche kleinen Liebesgesten scheinenden Menschen oft schwer zu fallen. Warum? Ich glaube, es hat mit unserem eigenen "Weltfrieden" zu tun. Um Frieden zu geben, müssen wir ihn zuerst selbst erfahren. Und zwar immer wieder. Unser persönliches Befinden ist eine stetige Veränderung. Es braucht regelmäßige Tests, ob wir den Frieden noch in uns tragen. Ob wir die Balance halten und damit Liebe weitergeben können.

Das Gleichgewicht länger zu halten ist schwieriger als es zu erlangen. Die Slackline-Fans unter euch verstehen sofort, was gemeint ist. Die ersten zwei drei Schritte –in der Regel einen Meter ab Boden, auf einem schmalen Band –sind schnell eingeübt. Aber sich die gesamten sieben Meter von Baum zu Baum zittern? Das erfordert einige Stunden an Training. Genau so müssen wir unsere innere Balance "trainieren": Störfaktoren müssen erst einmal als solche erkennt werden.

Dein Job, deine Engagements, dein Umfeld, deine Perspektiven, deine Ziele –hast du die Balance? Hast du deinen inneren Frieden? Kannst du dich aufs "Geben" fokussieren oder schleppst du einen mühseligen Stein mit dir rum, der dir das Gehen erschwert? Gott hilft jedem von uns, wenn wir uns an ihn wenden. Er möchte uns inneren Frieden schenken, damit wir leben können und zur vollen Entfaltung gelangen. Das bringt uns vielleicht noch nicht den Weltfrieden – aber auf jeden Fall näher ran.

Zurück