Die Gottesdienste dürfen stattfinden!


von Andreas Gut
Pastor ETG Bern

Das sind keine Fake News, sondern biblisch begründete und mit Herrn Berset und Frau Merkel abgesprochene Neuigkeiten. Denn gemäß Römer 12,1f ist der vernünftige Gottesdienst, Gott von Montag bis Sonntag anzubeten – Gott dienen im Alltag! Das Treffen am Sonntag, das wir (leider!) oft als „Gottesdienst“ bezeichnen, hat einen Zweck: Den Gottes-Dienst im Alltag zu ermöglichen.

In der ETG wurden früher die sonntäglichen Treffen als Versammlung bezeichnet. Man ging in die Versammlung und nicht in den Gottesdienst. Wie schlimm ist es nun tatsächlich, dass diese Versammlungen momentan verboten sind? Nach dem Erlass des Versammlungsverbotes war zu vernehmen, dass wenn Gottesdienste nicht mehr stattfinden, die Existenzberechtigung der Kirchen in Frage stehe. Und wenn Kirche überleben wolle, sie Livestream-Gottesdienste anbieten müsse. Dass die Gesellschaft - und allzu oft auch wir Christen selber – das Kirche- und Christsein an diesen 90 Minuten-Versammlungen festmachen, zeigt, dass hier etwas schief gelaufen ist. Ich habe keine Angst, dass wir geistlich verhungern, wenn wir zwei oder drei Monate keine Versammlungen besuchen können. Wir haben doch jahrelang zusammen Gott angebetet und auf sein Wort gehört. Wir haben uns ermutigt, korrigiert und gestärkt. Wir haben genug Proviant, um unbeschadet über diese Zeit zu kommen. ABER ich befürchte, dass wir uns mit Video- und Livestream-Konsum vollstopfen und so den Ruf Gottes nach dem vernünftigen Gottesdienst erfolgreich verdrängen. Das Versammlungsverbot hat nämlich auch sein Gutes: Es ist ein Leerraum entstanden. Diesen können wir ausfüllen, indem wir selbst zur Quelle gehen. Wir haben eine Bibel, wir haben den Heiligen Geist. Über diese Kanäle kann Gott uns erreichen, denn vermutlich hat ER uns – gerade jetzt - etwas zu sagen.

Kirche ist nicht ausschließlich eine 90 Minuten-Versammlung. Der vernünftige Gottesdienst soll ebenso sichtbar wie die sonntäglichen Versammlungen praktiziert werden. Das ist im Sinne des Erfinders! Mein Gebet ist, dass Gott uns zeigt, wie das vermehrt geschehen kann. Ich bin gespannt, wie ER unser Denken, Fühlen und Handeln verändert, damit der vernünftige Gottesdienst in unserem Leben mehr Raum einnimmt. Und ja, ich freue mich darauf, wenn wir uns wieder versammeln dürfen!

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