Gebet: Sein vor Gott


von Moni Sinn
Pastorin ETG Zürich

Ein Leben als Christ ohne Gebet ist nur schwer vorstellbar. Dennoch erlaube ich mir, dir heute die Frage zu stellen: Lebst du noch oder stirbst du schon?

Martin Luther sagte einmal: „Man kann einen Christen ohne Gebet ebenso wenig finden, wie einen lebendigen Menschen ohne Puls.“ Dieses Zitat zeigt, wie sehr Christsein und Gebet zusammengehören. Denn im Gebet leben wir Beziehung zu Gott. Beziehungen können wachsen, schrumpfen und kaputt gehen. Beziehungen können tief und intensiv, aber auch oberflächlich und beiläufig sein. Gott wollte eine Beziehung zu uns Menschen, das macht Er bereits auf den ersten Seiten der Bibel deutlich. Doch er wollte keine oberflächlichen, beiläufigen Beziehungen. Für mich wird das in Johannes 15 offensichtlich wenn Jesus von sich sagt, dass er der Weinstock ist und wir die Reben. Was für ein Bild von inniger Gemeinschaft! Wir können ohne Ihn nicht sein. Wir können weder Frucht bringen, noch aus uns selbst heraus gedeihen und wachsen. Wir brauchen Ihn! Wir brauchen Beziehung zu Ihm und mit Ihm.

Gott ist interessiert!

Doch wie können wir diese Beziehung leben? Wie können wir mit Ihm verbunden sein? Dies geschieht im Gebet. Im Gebet wird unsere Beziehung zu Gott gebaut. Dabei geht es nicht nur darum, unsere Bitten und unseren Lobpreis zu sammeln und zu Gott zu bringen. Es geht ebenfalls nicht nur darum, dass wir Gottes Antworten auf unsere Fragen hören, seine Führung für unser Leben wahrnehmen. Das sind wichtige Aspekte, doch es geht vor allem darum, Gemeinschaft mit unserem Vater im Himmel zu pflegen. Gott selber interessiert es, wie es dir geht. Es interessiert Ihn, was dich beschäftigt, was dir den Schlaf raubt, was dich freut. Er möchte, dass du mit Ihm deine Sorgen und Ängste teilst, dass du Ihn an deinem Leben teilhaben lässt. Gott ist interessiert! Er will Beziehung zu dir leben. Er ist immer für dich da. In Psalm 121,3 steht: „Er wird nicht zulassen, dass du fällst. Er gibt immer auf dich acht.“

Prioritäten setzen

Doch Gebet braucht Zeit. Beziehung zu leben braucht Zeit. Das geschieht nicht einfach nur so husch husch, nebenbei! Bist du bereit dir diese Zeit zu nehmen? Pierre Descouvemont meinte einmal humorvoll, dass noch nie jemand am Hungertod gestorben sei, weil ihm die Zeit zum Essen fehlte. Man nimmt sich die Zeit für das, was einem lebensnotwendig erscheint. Bevor wir also sagen, wir hätten keine Zeit fürs Gebet, sollten wir uns fragen, wie wichtig es uns ist, dem Gebet einen hohen Stellenwert zu geben.

Ich möchte dich ermutigen folgende Frage in der Stille vor Gott zu bewegen: Wie lebensnotwendig ist für mich die Zeit, die ich mit Gott verbringe?

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