Gott den roten Teppich ausrollen

Rückblick auf die Konferenz für Gottesdienstgestaltung


von Helena Gysin
Bundesleitung

Bisher trafen sich jährlich Pastoren und Verkündiger aus den 27 ETG-Gemeinden zu einer Konferenz. Diesmal richtete sich der Anlass zusätzlich an Moderatoren, Musiker/Sänger aus Lobpreis-Teams und Personen aus den Segnungs-/Fürbitte-Teams. 150 Frauen und Männer kamen am 26. Oktober in die Lindenwiese in Überlingen, um sich von einem siebenköpfigen Team der FCG-Aarau inspirieren zu lassen.  Unser Verbandsleiter Thomas Dauwalter, sagte in seiner Begrüßung: „Wir sind da, mit der Frage: Was können wir von den Geschwistern aus Aarau lernen? Welche Aspekte unserer täuferischen Tradition dürfen und sollen neu befruchtet werden?“ Er wünsche sich, dass in Zukunft noch mehr verändernde Kraft für zerbrochene Menschen von unseren Gottesdiensten ausgehe.

Matthias Truttmann, Senior Pastor der FCG, malte in seinem Referat das Bild des Volkes Israel vor die Augen der Zuhörenden: Die Zelte lagerten in der Wüste rund um die Stiftshütte. Tag und Nacht fokussierten sich die Menschen auf die Gegenwart Gottes, ob in der Wolken- oder in der Feuersäule. „Unsere Gottesdienste sind solche Orte, die Raum schaffen für Gottes Gegenwart. Alles soll dazu dienen, dass Menschen Gott begegnen können und der Heilige Geist wirken kann“, betonte er. Dabei seien oft die ersten Sekunden in der Begegnung mit uns Menschen vor Ort matchentscheidend, damit Menschen dann auch von Gottes Präsenz berührt werden. Weiter strich Truttman heraus: „Der Gottesdienst ist ein Gemeinschaftswerk: jeder Beteiligte legt sein brennendes Scheit hinzu – vom Parkdienst bis zum Verkündiger.“

Die Inhalte der Kurzreferate und Workshops zu den verschiedenen Bereichen des Gottesdienstes waren unterschiedlich stark in ihren Aussagen. Silvan Carabin legte bei Fürbitte-/Segnung einen relativ einseitigen Schwerpunkt auf den Aspekt der Heilung. Florian Schürenberg betonte: „Es ist die Aufgabe des Gottesdienstleiters, dass die Besucher durch nichts, was in unserer Hand liegt, von der Gegenwart Gottes abgelenkt werden.“ Dazu sei unter anderem eine gute Vorbereitung, ein authentischer Auftritt, so wie eine gut überlegte Kleiderwahl – dezent, nicht aufreizend – nötig.

Wem es gelang, den Fokus nicht auf das Trennende zu legen, der wurde an diesem Tag bereichert. Die ganzheitliche Sichtweise der Gottesdienste, war denn auch ein Aspekt, den viele Anwesende ansprach. Letztlich wurde deutlich: Geschwister aus dem pfingstlichen Umfeld leben mehr im Bewusstsein, dass Gottes Reich „schon“ da ist. Wir Täufer betonen das „noch nicht“ stärker. In kleineren und größeren Happen erleben beide, dass Gottes Reich angebrochen ist und Seine Kraft im Himmel wie auf Erden wirkt. Die Spannung von noch nicht und schon wird uns begleiten, bis wir das sehen, was wir jetzt schon glauben.

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