Jetzt aber Tacheles II


von Thomas Schnyder
Buchwiesengemeinde, ETG Erlen

Wann sprichst du konkret in das Leben anderer Menschen hinein? (allgemein)

In das Leben von anderen Menschen hinein zu sprechen ist ein sehr heikles Thema. Mir hilft es extrem, wenn ich «explizit» das Recht bekomme, in das Leben von Menschen zu sprechen. Zum Beispiel in Coaching- oder Huddlebeziehungen. Dort ist das wie geklärt, ja wird sogar erwartet. Wo dieser Rahmen nicht gegeben ist, spreche ich nur äusserst vorsichtig in das Leben von Menschen. Ich bin da aber eher zu zurückhaltend. Was öfter geschieht ist, Personen auf gemeinsame Abmachungen hinzuweisen die nicht beachtet werden oder auf ein Verhalten, das ein gemeinsames Miteinander erschwert. Entscheidend ist der Ton, die Art und Weise der Kommunikation.

Welchen Herausforderungen begegnest du beim Tacheles reden?

Menschen nehmen ermahnende Worte in der Regel nicht an, aufgrund von Stellung oder Funktion einer Person. Eine hilfreiche Basis sind bestehende Beziehungen und Vertrauen. Wichtig und hilfreich ist, wenn sie selbst ihr Handeln als destruktiv erkennen, also eine intrinsische Motivation zur Verhaltensänderung ausgelöst wird. Es braucht eine persönliche Offenheit einer Person, Kritik zuzulassen. Dazu hilft ein fragendes Vorgehen, aber auch nicht zu urteilen, sondern mehr von der persönlichen Betroffenheit zu sprechen was das Verhalten ausgelöst hat.

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