Jetzt aber Tacheles I


von Markus Hunziker
ETG Pfäffikon

Wann sprichst du konkret in das Leben anderer Menschen hinein?

Tacheles reden heisst für mich klar sein. In meinem Zweitstudium habe ich realisiert, dass wir über Sprache denken. Nach wie vor überzeugt mich die Theorie des Konstruktivismus. Es ist mir deshalb ein grundsätzliches Anliegen, in dem, was ich sage, nachvollziehbar und klar zu sein. Ich hoffe und erwarte, dass in meiner Kommunikation mit anderen, Gott selber aktiv wird und „erkennen“ schenkt, durch andere in mein Leben hineinspricht oder dies bei anderen tut. Häufig sind dies Kairi, Schlüsselmomente Gottes, aus denen das Wollen und die Kraft für das Tun entsteht. Das geschieht immer wieder. In seelsorgerlichen Beziehungen sind dies häufig die Leben verändernden und zum Positiven gestaltenden Momente. Dafür bin ich dankbar!

Welchen Herausforderungen begegnest du beim Tacheles reden?

Ich wünschte mir mehr Klarheit, also mehr Tacheles. Damit meine ich nicht das hemmungs- und manchmal hirnlose „dahergetwittere“ und „Whats-upen“. Im persönlichen Gespräch habe ich häufig den Eindruck, dass viele Menschen in tiefer Verunsicherung und mit wenig Selbstwert leben. Entsprechend rigide sind ihre Versuche, alles abzuwehren, was sie in irgendeiner Art herausfordern und auch bewegen könnte. Hier staune ich, wie Jesus klar in seiner Kommunikation und doch so nahe bei Menschen war. Davon brauchen wir mehr. Und da habe ich sicher noch vieeel Potenzial!

Markus Hunziker, dient in der Kirche Neuhof, Pfäffikon, Organisationsberater, naturbegeisterter Grossvater und Strahler

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