Meine Beziehung zu Gott

Zum Thema: UP


von Thomas Dauwalter
Verbandsleiter Bund ETG

Kirche ist Gemeinschaft (Matthäus 18, 19–20; Apg 2,42–47). Diese Gemeinschaft spielt sich auf vier Beziehungsebenen ab: Beziehung nach oben (UP), nach innen (IN), nach außen (OUT) und zur Kirche aus allen Zeiten und allen Orten (OF).

Im Jahr 2019 werden wir im Bund ETG den Schwerpunkt in unseren Konferenzen und Klausuren auf UP legen. Also auf die Beziehung zu unserem guten Vater, dem Schöpfer aller Dinge und Gott über uns. Zu Jesus, dem Gott unter uns, wie er uns in der Schrift facettenreich vor Augen gemalt wird und dem Heiligen Geist, dem Gott in uns. Dieser Geist bewirkt eine grundlegende Erneuerung in uns mit dem Ziel, dass wir die göttliche Liebe als glaubende Gemeinschaft mehr und mehr verkörpern. Auf diesem Weg ist die Beziehungspflege zu unserem Gott grundlegend – wir nennen das beten. Beim Beten geht es nicht darum, dass wir Gott „auf unsere Seite ziehen“. Wir versuchen das zwar oft und wollen Gott für unsere Ideen und Belange gewinnen, aber in Wirklichkeit geht es darum, dass wir uns von Gott für seine Belange und Ideen begeistern lassen. Wir beten „Dein Reich komme und Dein Wille geschehe.“ Beten ist demzufolge „zusammendenken mit Gott“. Das ist eine eigentümliche Angelegenheit. Es geht darum, dass wir weder zu Marionetten noch zu Befehlenden, sondern zu Mitarbeitern Gottes werden (1. Korinther 3,9). Er gibt die Richtung an und wir arbeiten mit IHM zusammen. Zusammenarbeit hat mit Kommunikation und Achtsamkeit zu tun. Wir schauen achtsam, wo Gott in unserem Leben und unserem Umfeld am Werk ist und steigen dann mit ein. Inspiriert für diese Zusammenarbeit werden wir durch das betende Bewegen biblischer Geschichten und Texte. Über dieses im „Herzen bewegen“, kommen wir mit Gott ins Gespräch. Wir sagen ihm unsere Gedanken und hören auf ihn. Wir bewegen aber auch Aspekte unseres Gemeindelebens vor IHM und fragen: „Gott, wie kann unser Miteinander so gestaltet werden, dass wir barmherzig, gnädig, freundlich, geduldig, friedlich, versöhnt, fröhlich, taktvoll miteinander umgehen?“ (Galater 5,22). Wir haken nach um zu erfahren, in welchen Bereichen wir uns entwickelt haben und was wir fröhlich feiern können. Eine solche Gemeinschaft wirkt nach außen attraktiv und anziehend. An ihr kann Gott abgelesen werden (Johannes 13,35). Wir sehnen uns mit Gott danach, dass noch viele Menschen durch die Begegnung mit uns, IHM selbst begegnen. Dass sie sich auf den Weg machen, um zu wahren Menschen zu werden, wie Gott sie sich gedacht hat.

Meine Beziehung zu Gott hat also immer mit meinen Brüdern und Schwestern zu tun – und auch mit Gottes geliebten Menschen, die IHN noch nicht kennen. Letztlich werden unter dem geöffneten Himmel alle Menschen zu Beschenkten.

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