Schalom


von Andreas Ritzmann
Jugendpastor ETG Neuhütten

„Suche Frieden und jage ihm nach“ (Psalm 34,15). Frieden? Ja, das wünschen wir uns! Frieden in der Welt, in der Gemeinde, in unseren Beziehungen. Ist das wirklich möglich?

Der Vers stammt aus einem Psalm, in dem David von einem treuen Gott spricht, der seinen Kindern in jeder Not hilft. In dem er uns aber auch einlädt, diesen Gott zu respektieren und nach seinem Sinn zu handeln. Für David ist eine Sache klar: Nach Frieden zu suchen ist Kennzeichen der Menschen, die ihr Vertrauen auf Gott setzen und ihr Leben nach ihm ausrichten. Konkret heißt das für David, Böses zu meiden und Gutes zu tun.

Für David war das sicherlich nicht einfach. Er schreibt den Psalm auf der Flucht vor Saul, einem mächtigen Mann, der ihm das Leben nehmen möchte (1.Samuel 21ff). Auf der Flucht kommt David in eine Situation, in der sein Handeln auf den Prüfstand gestellt wird. Er begegnet seinem Feind in einer Höhle, doch der bemerkt es nicht einmal, dass David da ist. Er hat nun Macht, die Verfolgung zu beenden und seinen Feind zu töten. Doch er lässt ihn am Leben. Als Saul bemerkt und versteht, welche Gnade David ihm gewährt hat, kann er nur staunen: „Wo ist jemand, der seinen Feind findet und lässt ihn mit Frieden seinen Weg gehen?“ (1.Sam 24,20).

Frieden zu suchen heißt zu verzichten. Auf Rechthaben, auf Macht, auf Vergeltung. Frieden zu suchen heißt Böses nicht mit Bösem zu vergelten, sondern mit Gutem. Frieden zu suchen heißt aktiv Gutes tun, segnende Worte zu wählen und zu schauen, was dem anderen dient (Römer 12,21 und 14,19). In unserem Umfeld gibt es wahrscheinlich niemand, der uns das Leben nehmen möchte. Aber dennoch gibt es Konflikte. Das Prinzip von Frieden gilt auf allen Ebenen. Sei es in Verfolgung, im Beruf oder in den engsten Beziehungen.

„Schalom“ ist das hebräische Wort für Friede und wird abgeleitet von „schillem“ (bezahlen). Schalom ist dann, wenn bezahlt ist, wenn die Schuld beglichen ist. Jesus Christus kam in unsere Welt, ist schuld-los am Kreuz für unsere Schuld gestorben. Für die Schuld unserer Auflehnung gegenüber Gott. Jesus hat dafür bezahlt und hat Frieden geschaffen zwischen Gott und uns. Es ist Schalom, es steht nichts mehr dazwischen, keine Rechnung ist mehr offen. Was für ein Geschenk!

Friede ist keine Nebensache, es ist eine Hauptsache. Es ist Kennzeichen und Grundlage von Gottes Reich. Friede ist heilsam, lebensspendend und lebensverändernd. Es nicht immer leicht Frieden zu suchen. Wir leben in einer Welt geprägt von Ungerechtigkeit und Hass. Gottes Reich hat angefangen, es ist aber noch nicht vollendet. Wir sind Repräsentanten Gottes und dazu eingeladen, schon jetzt diesen Frieden zu leben und seine Kraft zu entdecken. Deshalb: „Suche Frieden und jage ihm nach!“

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