Hybride Kirche – hybride kirchliche Angebote

von Thomas Schnyder

Corona liegt hinter uns – hoffentlich. Der gewohnte Gemeindealltag ist wieder möglich. Vielerorts werden sich Gemeinden Gedanken machen über die Weiterführung der digitalen Angebote. Was war/ist gut? Wo wurden auch „Böcke geschossen“? Welche Erkenntnisse sollten wir aus dieser Zeit mitnehmen? Braucht es digitale Angebote weiterhin? Der Bundesleitung ist das Thema wichtig. An der Retraite vom 8. März hat sie Erfahrungen aus dem Gemeindealltag zusammengetragen und ausgewertet.

Gemeinden die keine digitalen Angebote gemacht haben, werden kaum etwas vermissen. Gemeinde ist doch hauptsächlich ein Ort der Begegnung, des Austausches, der Nähe. Schön ist das wieder möglich! «Warum braucht es überhaupt digitale Angebote?», werden sich solche Gemeinden fragen. Stimmt. Das ist eine legitime Frage.

Andere Gemeinden haben intensiv mit digitalen oder gar hybriden Formen experimentiert. Am bekanntesten sind wohl Live-Stream Gottesdienste, also Gottesdienste, die sowohl vor Ort statt gefunden haben und gleichzeitig auch gestreamt wurden. Es gab aber auch hybride Glaubenskurse. Ein Teil der Kursteilnehmer nahm vor Ort teil, ein anderer Teil war von zu Hause, am Bildschirm dabei. Viele Kursteilnehmer kannten sich nicht. Einige hatten zum ersten Mal Kontakt mit einer Kirche. Was war das dann für ein „Hallo“, als sich die Kursteilnehmer vor kurzem zum ersten Mal alle vor Ort begegnet sind!

Erstaunt stellen manche Gemeindeleiterfest: Da wurden Menschen mit dem Evangelium erreicht, die nie den Fuss über eine Kirche setzen würden. Ja sie fühlen sich mittlerweile – nach 2 Jahren Corona – gar als Gemeindemitglieder, obwohl sie noch nie vor Ort in der Gemeinde waren, sondern sich lediglich bei digitalen Formaten zugeschaltet haben. Digitale Formate weiten die Grenzen der Gemeinde aus. Sie öffnen neue Räume. Die aktuellen technischen Möglichkeiten sind dabei erst der Anfang einer weltweit starken Entwicklung. Grosskonzerne investieren Milliarden in das sogenannte Metaverse, eine Bezeichnung für vollkommen digitale Erfahrungswelten der Zukunft, in der sich Millionen von Menschen bewegen werden.

Fazit: Gott will Menschen begegnen, das geschieht auch in bzw. durch digitale Kanäle. Nicht alle Formate und Angebote eignen sich jedoch gleich gut dafür. Welche Formen wann und wie angewendet werden respektive zielführend sind, muss sicher noch weiter ausgelotet werden. Digitale Angebote benötigen ein gewisses Know-how von Mitarbeitern, technische Ressourcen und sollten eine gewisse Professionalität besitzen. Deshalb sind digitale und/oder hybride Angebote nicht für jede Gemeinde hilfreich und auch nicht notwendig. Welche Rolle spielt dabei der Verband?

Die Bundesleitung lädt herzlich zu einem digitalen Impulsabend ein. Wir möchten mit euch die Erfahrungen auswerten und Entwicklungen für die Zukunft diskutieren. Halte dir deshalb den Abend vom 24. Mai 2022 um 20.00 Uhr frei. Weitere Infos folgen.

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