Menschen prägen – Impulstagung für Angestellte & Studierende

von Helena Gysin

Als erste Gäste seit November 2020 beherbergte das Freizeitheim Lindenwiese vom 16. – 17. Juni 2021 die Angestellten und Studierenden des Bundes ETG. Insgesamt 33 Personen aus Deutschland und der Schweiz nahmen an der jährlich stattfindenden Impulstagung teil.

 

Evangelikal und Postevangelikal

Thomas Dauwalter, Verbandsleiter des Bundes ETG, führte den Anwesenden in einem ersten Referat die Unterschiede zwischen vor Augen. Er betonte, dass Postevangelikale (nicht zu verwechseln mit Ex-Evangelikal!) die „alten“ geistlichen Inhalte – Rechtfertigung, Gesetz, Gnade und Glauben – nicht über Bord werfen, diese aber erweitern. Demnach rücken sie Themen wie Schöpfung und damit die Verantwortung des Menschen für die Schöpfung, die Erlösungsgeschichte, die Bedeutung von „in Christus“ zu sein, den Geist und auch den Bund ganz neu ins Blickfeld. Dauwalter bestärkte seine Zuhörer den Glauben immer wieder neu durchzudenken und geistliche Wahrheiten laufend (neu) zu entdecken.

Jesus-Modell

Matthias „Kuno“ Kuhn inspirierte die Angestellten und Studierenden mit seinen Gedanken und Erfahrungen im Bereich Jüngerschaft und Gemeinschaft. Am Vorbild von Jesus zeigte er, wie dieser den Lebensstil seiner Jünger in drei Jahren prägte. Entlang seines Buches „Jüngerschaft – Wie bringen wir Lehre und Leben zusammen?“ zeigte er auf, wie sehr sich die Prägung der (heutigen) Menschen unterscheidet von der Kultur des Himmels. „Wir müssen unseren Freunden die Grundlagen des Himmels beibringen,“ so skizzierte er unsere Aufgabe. Sein unüberhörbares Statement: Leben und Lehre muss zusammenkommen!

Johannes Tobler stellte kurz M4ready die Weiterbildungsmöglichkeit für junge Leiter vor. Dieses neue Modul richtet sich an mutmassliche Apostel, Pioniere im Gemeindebau.

Am Abend folgte das kulinarische und beziehungsmässige Tüpfchen auf dem i. Während dem Essen im „Landei“, entspannen sich engagierte Diskussionen und manche Teilnehmer lernten sich besser und persönlicher kennen.

Anstellungsbedingungen

Das zweite grosse Thema während den Impulstagen war die Frage nach freisetzenden Anstellungsbedingungen im Bund ETG. Markus Hunziker baute dabei auf die Umfrage auf, welche die Bundesleitung im Vorfeld unter den Angestellten durchgeführt hatte. Die Resultate zeigten, dass viele Pastoren/Praktikantinnen das Wirken und die Gegenwart Gottes im Leben von Menschen erleben und dass sie das als kräftigsten Rückenwind im Dienst wahrnehmen. Ebenso schätzen sie die Freiheiten in der Gestaltung der Arbeitszeit. Die Abwechslung im Job erleben die Angestellten ebenfalls als Privileg. Der markanteste Gegenwind kommt für neun von zweiundzwanzig Teilnehmern der Befragung von hohen Erwartungen und steigenden Ansprüchen. Nicht zuletzt der Vergleich mit den „Stars der christlichen Szene“ bremst sie im Dienst. Weiter scheint die fehlende oder zu wenig klare Abgrenzung zwischen Arbeit und Ehrenamt diverse Angestellte zu belasten. Die anschliessenden Fragen zeigten, dass diverse Unsicherheiten und Unterschiede bezüglich den Anstellungsbedingungen geklärt werden müssten. Kein einfaches Unterfangen in einem autonom organisierten Bund.

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