Nächstenliebe in Zeiten der Pandemie

von Andi Bachmann-Roth – Textquelle: Schweizerische Evangelische Allianz SEA

Einmal mehr ist in dieser Pandemie Flexibilität gefragt – von Kirchen und all jenen Menschen, die dort ein und aus gehen. Das Miteinander wird einer weiteren Belastungsprobe ausgesetzt. Die Schweizerische Evangelische Allianz SEA ruft dazu auf, gerade jetzt weiter aufeinander acht zu haben.

«Lasst uns aufeinander achthaben und einander anspornen zur Liebe und zu guten Werken(Hebr. 10,24) Was für ein starkes Zeugnis, wenn es uns Christen gelingt, trotz Meinungsverschiedenheiten ein achtsames Miteinander zu gestalten. Was zu tun ist, ist bekannt. Doch nur wie? Drei praktische Tipps, wie wir unser Miteinander bewahren können:

Meide für eine Woche alle (Social Media-)Diskussionen zu Corona.

Und wer es richtig wissen will, kann auch gleich auf News verzichten. Häufig werden soziale Konventionen in der virtuellen Welt enthemmt über Bord geworfen. Die sozialen Medien wirken zurzeit eher als Brandbeschleuniger denn als Plattform für einen respektvollen Austausch. Eine wirkliche Meinungsbildung findet selten statt – oder haben Sie schon einmal miterlebt, dass jemand nach einem Wortgefecht auf Facebook seine Meinung änderte? Meist geht es nur darum, sich mit Gleichgesinnten in der bereits getroffenen Meinung zu bestärken. Wer sich nicht in der virtuellen Welt bewegt, kann beim nächsten Abendessen mit Freunden den Vorschlag einbringen, für diesen Abend das Thema Corona beiseite zu lassen. Schaffen Sie Raum für die vielen anderen wichtigen Themen des Lebens. Vielleicht passen Sie sogar die beliebte Fondue-Regel an und legen gemeinsam fest, was denjenigen blüht, die den Mund trotzdem nicht halten können.

Bitte Gott um ein achtsames Herz.

Es braucht immer wieder ein Wunder, damit wir nicht ständig um uns selbst kreisen, sondern uns wirklich für andere öffnen können. Probieren Sie jeden Morgen beim Zähneputzen folgendes Gebet aus: «Herr, schenke mir heute ein achtsames Herz.» Vielleicht schenkt es Gott, dass wir unsere quengelnden Kinder, die müde Nachbarin oder den gehetzten Arbeitskollegen auf einmal mit einem achtsamen Blick wahrnehmen. Vielleicht sehen wir, trotz Maske und Abstandsregel, auf einmal etwas von den Bedürfnissen des Gegenübers. Und vielleicht ist dieser Mensch dankbar für ein offenes Ohr, ein kurzes Gebet oder einfach ein Glas Wasser.

Widme dich deinem Herzensprojekt.

Wir können Corona und alle Begleiterscheinungen gerade nicht loswerden, aber entscheiden, worauf wir unseren Fokus richten. Vielleicht hilft es Ihnen, sich diese Woche auf ein Projekt zu besinnen, welches Ihnen schon lange auf dem Herzen liegt – einen Oldtimer restaurieren, sich ehrenamtlich in der Suppenküche engagieren, mit den Kids einen Baum pflanzen oder für das nächste Wochenende die Bergtour planen, die Sie irgendwann einmal machen wollten. Manchmal brauchen wir einen kleinen Schubser, diejenigen «guten Werke» anzupacken, die uns selbst und anderen guttun und uns helfen, ausgeglichen und zufrieden zu bleiben.

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